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Die große Unbekannte

Der Familienbetrieb verbindet moderne Weinproduktion mit dem Geschmack von Mallorca.

Die kleine Nebenstrecke zwischen Binissalem und Sencelles schlängelt sich durch rostbraunes Agrarland. Links tauchen Johannisbrot - dann Mandelbäume auf, rechts schützen Hecken aus kleinwüchsigen Zypressen die dahinter verborgenen Kornfelder vor dem Wind, der hier am Fuß der Tramuntana fast ständig sanft bläst. Immer wieder tauchen auch weite Weinfelder auf. Wir befinden uns schließlich im Herzen der „terra des vi“, des Weinlandes um Binissalem. Rund vier, fünf Kilometer nach dem Passieren der Unterführung der Autobahn zweigt auf der linken Seite schließlich ein noch schmaleres Sträßchen ab. Eine Ansammlung von Gebäuden kommt in Sicht, fast mittelalterlich anmutend aber sehr gut in Schuss. Vor den zweistöckigen Häusern stehen rotblühende Rosenstöcke und violette Bougainville ranken an den Fassaden. Die zentralen Wege sind mit länglichen ocker-farbenen Kopfsteinen gepflastert. Wir haben sie entdeckt, eine der großen Unbekannten der mallorquinischen Geographie - die kleine Ortschaft Biniagual.

Eigentlich ist nie ein richtiger Ort aus dem Siedlungskern geworden, der von der Zeit vergessen wurde. Der Komplex besteht gerade einmal aus fünfzehn Gebäuden, ein kleines Kapellchen mit großer Turmuhr eingeschlossen. Doch „el llogaret“ ist schon viel länger bewohnt. Der Zusatz „Bini“ im Namen deutet dies bereits an. Er steht für „das Haus von“ Agual und geht auf arabische Wurzeln zurück. Die Mauren bauten uralten Berichten zufolge im 13. Jahrhundert in der Umgebung vor allem Gemüse an. Im 17. Jahrhundert, lange nach der spanischen Rückeroberung, wurden die Zeiten dann Sinnenfroher. Man widmete sich der Zucht von Schafen und Schweinen, kultivierte Oliven für die Ölherstellung und Trauben für einen guten Landwein. Aus dem ursprünglichen Gutshof waren mittlerweile sechs Gebäude geworden. Mit dem ersten großen Wein-Boom Mallorcas, ab Anfang des 19. Jahrhunderts ver-drängten schließlich immer mehr Weinfelder die Weideflächen und Olivenhaine. Mit fatalen Folgen, denn die entstandenen Monokulturen gingen - wie auf fast alle anderen großen Weingütern der Insel - mit dem Befall durch die „filoxera“, die Blattlaus, zugrunde. Die Bewohner verließen ihre Häuser. Der nun schon vierzehn Häuser zählende Ort begann zu verfallen.

Heute ist das Leben zurückgekehrt nach Biniagual. Die historischen Gebäude aus Bruchstein zeigen sich alltagstauglich. Frisch restauriert wurde dabei auch das Wirt-schaftsgebäude. Hier erinnern mannshohe Fässer und eine Weinpresse aus der Zeit der industriellen Revolution an die erste große Weinperiode von Biniagual. 

Ein zweiter Meilenstein in der jüngeren Geschichte ist östlich, etwas außerhalb des Anwesens zu sehen. Im Jahre 2002 nahm Biniagual die Weinherstellung wieder auf, nachdem bereits Jahre zuvor hauptsächlich autochthone Rebstöcke gepflanzt wurden, deren Erträge man an andere Winzer der Region verkaufte. „Aber schon kurz darauf haben wir die Weinherstellung wieder selbst in die Hand ge-nommen,“ erklärt Charlotte, die Marketingleiterin des Weinguts. „Dabei kommt es uns vor allem darauf an, kräftige, eigenwillige Weine zu keltern, die den Geschmack von Mallorca in sich tragen.“ Die sympathische Deutsch-Mallorquinerin erhält bodenständige Unterstützung durch die beiden Winzer José Luis und Isaias. Und Manpower ist nötig, denn auf dem Felde wird vom Winterschnitt bis zur Ernteauswahl jeder Schritt von Hand ausgeführt. Bei einer Anbaufläche von gut 34 Hektar kommen da in Spitzenzeiten bis zu zwölf Mann zusammen. Winterbegrünung und Beweidung durch Schafe reichern das Erdreich auf natürliche Weise mit Nähr- und Stickstoff an. Die Kultur unterliegt weitgehend ökologischen Richtlinien. Die eingangs bereits erwähnte leichte Brise, die ständig am Fuße der Tramuntana zwi-schen Palma und Alcúdia zirkuliert, verhindert außerdem zuverlässig die Ausbreitung von Mykosen. Das Terroir schließlich ist reich an Mineralien und lässt eine so tiefe Wurzelbildung zu, dass eine Sommerbewässerung weitgehend überflüssig wird. Ideal Bedingungen also für einen guten Wein.Fachliche Unterstützung erhält das Team von Biniagual durch zwei bekannte Kory-phäen im Umgang mit autochthonen Varietäten. Miguel Angel und Pere Obrador, die Schöpfer der Ànima Negra steuern ihr Wissen immer dann bei, wenn Zweifel entstehen oder neue Ansätze gefragt sind. So dürfte zum Beispiel auch der Bau von drei gemauerten Gärtanks, die neuerdings die mit 4600 bzw. 8800 Litern recht kleinen Edelstahl-Depots ergänzen, auf ihren Rat zurückzuführen sein. Kehrt man doch auch im Hause AN zur althergebrachten Technik zurück.  

Wichtig, meint Charlotte, sei vor allem auch die Verwendung von autochthonen Sorten. Dabei liefert die vornehmlich im Gebiet von Es Raiguer beheimatete Manto-Negre einen soliden Grundstock für die Roten des Hauses. Der „Sant Gall“ in der Basislinie weist einen Manto-Negre-Anteil von rund 80 Prozent auf, dessen feine Eleganz durch Syrah und Cabernet Sauvignon abgerundet wird. Der „Finca Biniagual Verán“, der seit ein, zwei Jahren den „Finca Biniagual“ im mittleren Segment ersetzt, verfügt über einen Manto-Negre-Anteil von rund 60 Prozent, der ebenfalls durch Syrah und Cabernet Sauvignon komplettiert wird. Und das Flaggschiff der Bodega, der „Gran Verán Seleccionado“, bringt es auf rund 70 Prozent der heimischen Traube, die mit der Syrah vermählt wird. Die genaue Komposition der Cuvées kann allerdings von Jahrgang zu Jahrgang leicht variieren.Alle Rotweine von Biniagual reifen im Fass. Der „Sant Gall“ verbleibt für mindestens zwölf Monate, der „Finca Biniagual Verán“ für fünfzehn Monate und der „Gran Verán Seleccionado“ sogar für achtzehn Monate in Barriques aus französischer und im kleineren Rahmen auch amerikanischer Eiche. Zur Philosophie des Hauses gehört übrigens auch, dass die Barricas nach spätestens drei Jahren abgestoßen werden.Selbst dem „Verán Rosat“ liegt die Manto-Negre zugrunde. Als sortenreiner Rosé ma-zeriert er gut sechzehn Stunden in einer Kohlendioxid-Atmosphäre, um seinen kräftigen Rosé-Ton zu erlangen. Linientreue beweist auch der Weißwein. Der „Blanc Verán“ fußt auf der heimischen Premsal-Blanc, der die Moscatel Süße und Frucht und die Chardonnay Körper, Charakter und Alkohol mit auf den Weg geben.  

Große Änderungen in der Produktpalette hat es bislang nicht gegeben. Immerhin hängt ein neues Projekt in der Schwebe. Es handelt sich um einen edlen Roten, der in 500 Liter fassenden Eichenholzfässern mazeriert. Die Fässer sind um ihre Längsachse drehbar, ein Umpumpen wird damit überflüssig. Anschließend soll der mögliche Neuzugang - wie die anderen Roten des Hauses - in Barricas weiter reifen. Auf das Ergebnis darf man 2014 gespannt sein. Neu ist auch ein weißer Süßwein, der ab Ende des Jahres 2013 auf dem Markt kom-men wird. Man keltert ihn zu 100 Prozent aus der vollreifen Moscatel-Traube. Geplant ist die Einführung für den Herbst. Die Biniagualweine werden zu ca. 40 Prozent in die Schweiz ausgeführt, ein Großteil bleibt auf der Insel. Bedient werden heute aber auch andere Länder der Europäischen Union. So kommen unter anderem die deutschen Weingenießer immer mehr auf den Geschmack mallorquinischer Spitzenweine.

   
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