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Wachsende Ansprüche

Eigentlich wollte Tomeu Isern nur ein paar Flaschen für den Eigenbedarf keltern - doch sein Blanco kommt auch sonst gut an.

"Das erste Interview für Mallorca Wein," erinnert sich Tomeu Isern mit verhaltenem Grinsen, "haben wir hier in der Bar gemacht." Er deutet dabei auf drei, vier Tische, die zwischen den eng beieinanderstehenden Häuserzeilen des alten Ortskerns auf die ersten wärmenden Strahlen der Sonne warten. "Die Redaktorin war ein Mädchen aus Deutschland; kam gleich in die Bar. Waren richtig viele Leute dort mit entsprechender Geräuschkulisse. An der Theke fragte sie nach Sr. Isern. Und plötzlich war es mucksmäuschenstill. Dann begannen alle zu kichern und haben mich groß angesehen. Da wusste sie wohl, dass sie Tomeu gefunden hatte,“ lacht der 56jährige.In Estellencs scheint man sich zu kennen. Gerade einmal 150 Seelen leben hier in einem der abgelegensten Orte der Insel. Nur einer der Bewohner macht Wein - Tomeu Isern. Und da er schon beim Erzählen ist, gibt Tomeu auch gleich die Erfolgsstory seines kleinen, florierenden Winzereibetriebs zum Besten. "Eigentlich", er schiebt sich die braune Kappe in den Nacken, "wollte ich nur für den Eigenbedarf anbauen. 365 Flaschen im Jahr, das sollte reichen. Das Land dafür lag sowieso brach. Die befreundeten Winzer in Banyalbufar übernahmen Gärung und Ausbau. Das war 1996.“ „Schon ein, zwei Jahre später, saßen wir bei unseren französischen Nachbarn zum Abendessen und blickten in einen ziemlich verwilderten Terrassen-Garten hinab. Da kam automatisch das Thema Weinanbau zur Sprache. Wir einigten uns schnell auf eine einfache Formel: Die Franzosen stellen Land und Startkapital, ich übernehme den Anbau und jedermann bekommt genügend Wein für den Eigenbedarf. Das Modell hat dann immer wieder Schule gemacht. Mittlerweile bewirtschafte ich über zwei Hektar und keltere meine Weine selbst. Der Eigenbedarf ist übrigens mehr als gedeckt.“ 

Seit 2004 verkauft man deshalb auch Weine. Ein Önologe wurde damals hinzugezogen, um die Produktion auf solide Beine zu stellen. Das Resultat ist ein halbökologischer Anbau mit Winterbegrünung der Felder. Ein reiner Öko-Anbau stand für Tomeu nie zur Debatte. Denn die Malvasía, eine autochthone Rebe, reagiert äußerst sensibel auf Pilz- und Schädlings-Befall. Wegen der günstigen Witterungsverhältnisse waren in den letzten Jahren allerdings keine flächendeckenden Behandlungen mit chemischen Präparaten nötig. 
Dieselbe Sorge und Zuwendung, die Tomeu „seinen Malvasía“ angedeihen lässt, wird auch dem Produktionsprozess zuteil. Im Gegensatz zu vielen anderen autochthonen Varietäten brauche diese Traube viel Zeit, um sich zu setzen. Dabei ist die Temperatur ganz entscheidend: nicht über 13 Grad Celsius, besser sind 11 Grad. „Die Malvasía ist extrem aktiv und besitzt jede Menge Charakter“, begeistert sich der Hobby-Winzer, „nur so bringe ich ihr volles Potenzial zur Geltung“. 

Was nach gut einem Jahr dann aus den Edelstahltanks kommt, weist bereits den typischen, sanften Bernstein-Schimmer auf. Auf dem Wortstamm „Ambre“ - mallorquinisch für Bernstein - baut denn auch folgerichtig das gesamte Sortiment auf. Da gibt es den jungen, ein Jahr lang kühl gelagerten ”Amberí”. Der ”Ambrat” wird aus den ältesten Rebstöcken des Weinguts gewonnen und ruht nach der Reife im Kühltank für gut sechs Monate in Barriques aus französischer und ungarischer Eiche. Daneben gibt es noch einen halbsüßen Weißen, ”Ambrassía”. Der Rote ”Lluna Blava” und ein bisher namenloser Rosé erblicken nur in guten Weinjahren das Licht der Welt.Der Flascheninhalt, so verspricht der Liebhaber autochthoner Weinsorten, verdirbt auch bei längerer Lagerung nicht. Ganz im Gegenteil. Erst unlängst habe er bei einer Inventur im letzten Lagerwinkel ein Fläschchen Amberí, Jahrgang 2006 entdeckt und entkorkt: „buenissimo!“
Zu haben sind die Strohgelben Malvasía-Abfüllungen vom Westhang der Tramuntana zum Beispiel im Kaufhaus El Corte Inglés, in einigen Vinotheken und Restaurants und natürlich in Estellens, beim Meister selbst. Der, da dürfen Sie ganz sicher sein, wird auch Ihnen beim nächsten Besuch einiges zu erzählen haben.

   
 
Tomeu Isern Ambrassia Dolc, Süsswein

Inhalt: 0.375 Liter

Grundpreis: 1 Liter = 40,00 € *

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Tomeu Isern Ambari, Vino Blanco 2005

Inhalt: 0.75 Liter

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