Bodegas Ramanya
D.O. Binissalem

Zehn Jahre lang hat er diesen Traum ge­träumt, den Traum von einer eigenen
Bodega in Santa Maria. 2001 hat er ihn verwirk­licht. Zwei Jahre später brachte Antonio Ramis, der mit zwei Partnern zusammenarbeitet, den ersten Wein heraus - seither sorgt das Weingut Ramanya im­mer wieder für Überraschungen. So brachte es den ersten Rosé ­Sekt Mallorcas auf den Markt. Weihnachten 2005 kam er in den Verkauf, keine zehn Tage stand der "Goig" aus Manto-Negro ­Trauben in den Regalen, dann waren die 1.600 Flaschen aus­verkauft. Sehr zum Erstaunen von Jungwinzer Ramis, gerade mal 30 Jahre alt.

Der Sekt trägt keine Her­kunftsbezeichnung Denominacion de Origen Binissalem, so ein Produkt gab es schließlich bis­her noch gar nicht auf der Insel, geschweige denn entsprechende Normen oder Vorschriften für die Herstellung eines Rosé-Schaumweines. Das soll sich demnächst ändern, sagt Ramis. Überhaupt bringt er neuen Schwung ins Winzern. Entge­gen vieler "guter Ratschläge" ("Das wird nie was") hatte er sich daran gemacht, auf Basis eines Rotweines einen Süßwein zu produzieren, den "Somni 2003" - ebenfalls ein Novum auf der Insel. "Somni" bedeutet "Traum". Er enthält zu 100 Pro­zent die einheimischen Manto­Negro-Trauben, die allesamt von etwa 40 Jahre alten Weinstöcken geerntet wurden.

"Wir haben auf Qualität ge­setzt und nur 400 Gramm Wein pro Pflanze gelesen", sagt Ramis. "Zudem ließen wir die Trauben sehr lange am Stock, bis Anfang Oktober. Am Ende waren sie ein wenig trocken, doch sie enthiel­ten viel Zucker." Und das war es genau, was Ramis, sein Onkel Jaime Valles und Rafael Ramis, sein Freund aus Kindertagen, er­reichen wollten.

Ohnehin setzen die Newcomer hauptsächlich auf einheimische Rebsorten. Der Grund: "Das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können. Cabemet Sauvignon und Merlot wachsen überall, aber un­sere Mallorca-Trauben mit ih­rem speziellen Geschmack gibt es nur hier." Zudem müsse eine kleine Bodega etwas Besonderes anbieten, um sich behaupten zu können. So stellt Ramis einen Weiß­wein, den "Ramanya Blanco", her, der zu 100 Prozent Prensal­Blanc- Trauben enthält. Der rote "Embat Crianza" besteht zu 70 Prozent aus Manto Negro, zu 30 Prozent aus Syrah und Ca­bemet Sauvignon. Ganz auf aus­ländische Rebsorten wird also nicht verzichtet. Neben den Uvas autoctonas Manto Negro und Callet werden auch die Rotwein­sorten Cabernet Sauvignon, Sy­rah und Merlot angebaut, neben Prensal Blanc auch Moscatel und Chardonnay für die Weißen.

Insgesamt elf Hektar bewirt­schaften Ramis und seine Kom­pagnons. Über eine Ausbildung im Weinbau verfügt er nicht. "Wir haben in der Familie immer Landwirtschaft betrieben und auch Wein für den Hausgebrauch erzeugt. Das sind die Erfah­rungen, auf die ich mich stütze, zudem lese ich viel über Weinbau und Önologie." "Learning by do­ing" - mit verblüffenden Ergeb­nissen.

Im Jahre 2005 betrug die Jah­resproduktion der Bodega Ra­manya rund 55.000 Flaschen.  Im Keller in Santa Maria la­gern derzeit 40 Fässer aus fran­zösischer, amerikanischer, unga­rischer und rumänischer Eiche. Natürlich ist Ramis schon wie­der auf Experimentierkurs: Er lässt Manto Negro und Caber­net Sauvignon vom ersten Tag an nicht im Stahltank, sondern in Holzfässern fermentieren. "Dann wird der Inhalt gepresst, um ihn gleich anschließend wieder in Barricas zu füllen", sagt Ramis. Das Interessante: Der Wein nimmt sehr wenig Holztöne an, während sich die Fruchtaromen stark entwickeln. "Dieses Verfahren ist nicht neu, ich habe davon schon gehört. Aber auf Mallorca sind wir die Einzigen, die so etwas machen."

Zu den Weinen der Bodegas Ramanya